Wiki Brauchtum und Feste

Unser schönes Oldenburger Münsterland ist nicht nur landschaftlich sehr vielfältig, sondern es hat auch viele und sehr verschiedene Traditionen, Bräuche und Feste zu bieten. In diesem Online-Lexikon sammeln wir Informationen, Fotos, Geschichten und kleine Filme, um kompakt und ansprechend Interessierte zu informieren.

In der unten folgenden alphabetischen Auflistung finden Sie die bis jetzt vorhandenen Einträge, von Adventsblasen bis Wursteball. Aber das Wiki wird stetig weiterwachsen - also schauen Sie immer wieder mal vorbei, es lohnt sich!

Böllern

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Begriff Definition
Böllern

 

WAS?

Das so genannte "Böllern" oder "Böllerschießen" meint im Zusammenhang mit Brauchtum im Oldenburger Münsterland das Abschießen von "Kanonen" am Vorabend oder am frühen Morgen einer Hochzeit in der direkten Nähe des Hochzeitshauses. Die "Kanonen", die meist von den Nachbarn bedient werden, sind heutzutage meist mit einem Gasgemisch gefüllte Rohre, aus denen durch entzünden des Gasgemischs (meist Azetylen und Sauerstoff) geböllert wird. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde noch mit Schwarzpulver aus alten Standmörsern geschossen, was in der Neuzeit zu gefährlich ist und so nicht mehr gemacht wird.

Mit dem Böllern sollen die bösen Geistern vertrieben werden und die "Böllerjungen" werden für ihre Arbeit natürlich angemessen bewirtet. Den gesetzlichen Vorgaben entsprechend wird mittlerweile am Vorabend nur bis 22 Uhr und am Hochzeitsmorgen erst ab 7 Uhr geböllert.

Es gibt Böllerschützen-Vereine aber auch Abteilungen in Schützenvereinen. Geböllert wird machmal auch an anderen Festtagen oder als Ehrensalut bei Veranstaltungen.

WO?

Im gesamten Oldenburger Münsterland.

SEIT WANN?

Das Böllern ist ein sehr alter Brauch und lässt sich bis ins 14./15. Jahrhundert zurückverfolgen - wobei das Krach machen durch Abfeuern von Schwarzpulver wahrscheinlich so alt ist wie das Schwarzpuler selbst (es wurde vermutlich im 11. Jahrhundert im Kaiserreich China erfunden). Es ist Ausdruck freudiger Anlässe, z.B. verkündeten früher Könige und Fürsten die Geburt eines Thronfolgers durch das mehrfache Abschießen von Kanonen. Jedoch hatte das lautstarke Abfeuern von Schwarzpuler-Geschützen auch die Funktion, andere zu warnen bzw. um Hilfe zu bitten.

Quellen: Sitte und Brauchtum in Löningen. Beitrag zur Geschichte der Stadt Löningen, Bd. 2. Löningen: Schmücker, 1995; www.wikipedia.de